Arbeitskreis niedersächsischer Kulturverbände

Nach den Kommunalwahlen 2026: Freie Kultur braucht starke demokratische Kommunen

Hannover, 18. September 2026

Der Arbeitskreis niedersächsischer Kulturverbände e. V. (akku) appelliert an die neu gewählten kommunalen Vertretungen, Kultur als Grundlage einer vielfältigen und demokratischen Gesellschaft zu stärken und die Zusammenarbeit mit den Kulturakteur*innen vor Ort weiter auszubauen.

Niedersachsen hat gewählt. Bei der Kommunalwahl am 13. September lag die Wahlbeteiligung bei 64,6 Prozent und damit deutlich höher als bei der vergangenen Kommunalwahl 2021. Für akku ist die gestiegene Beteiligung ein wichtiges Signal: Viele Menschen haben ihre Möglichkeit zur politischen Mitgestaltung ihrer Kommune wahrgenommen. Zugleich zeigt das Wahlergebnis, wie wichtig es weiterhin ist, das demokratische Miteinander im Alltag zu stärken.


Kulturpolitik ist Kommunalpolitik

Ob Musikschule, soziokulturelles Angebot, Museums- oder Theaterbesuch, kulturelle Bildung, Konzert, Lesung, Festival oder andere kulturelle Initiativen: Kultur vor Ort schafft Möglichkeiten zur Begegnung und Teilhabe und bringt Menschen mit unterschiedlichen Erfahrungen zusammen.

Kulturelle Angebote sind eine wichtige Säule der Demokratie. Sie eröffnen Räume für Meinungsfreiheit, Austausch und unterschiedliche Perspektiven – in urbanen Zentren ebenso wie in ländlichen Regionen. Kultur lebt Vielfalt und Inklusion und trägt damit wesentlich zur Stabilität demokratischer Strukturen bei“, erklärt Jörg Kowollik, Vorstandsmitglied des akku.

Damit Kultur diese Rolle wahrnehmen kann, braucht sie verlässliche Rahmenbedingungen. Die im akku zusammengeschlossenen Landesverbände und Initiativen repräsentieren landesweit fast 1.200 Kulturträger. Viele von ihnen wirken unmittelbar in Städten, Gemeinden oder Landkreisen und sind dort auf politische Unterstützung, gute Rahmenbedingungen und eine nachhaltige Finanzierung angewiesen – gerade auch dort, wo sich kulturelle Angebote wirtschaftlich kaum selbst tragen können. Auch das ehrenamtliche Engagement, das einen großen Teil der kulturellen Arbeit vor Ort trägt, braucht entsprechende Unterstützung.

Mit Sorge – auch in Hinblick auf die Landtagswahl im kommenden Jahr – blickt akku daher auf das Wahlergebnis der in Niedersachsen als gesichert rechtsextremistisch eingestuften AfD. „Die Politik der AfD stellt die Freiheit von Kunst und Wissenschaft offen infrage und setzt auch Kultureinrichtungen in Niedersachsen zunehmend unter Druck. Als akku stellen wir uns klar gegen diese Haltung und setzen uns für eine offene, vielfältige und demokratische Kulturlandschaft ein“, betont der Vorstand. „Deshalb wünschen wir uns, dass die neu gewählten kommunalen Vertretungen Kultur von Anfang an als wichtigen Teil einer lebenswerten und demokratischen Kommune mitdenken und den Austausch mit den Kulturakteur*innen vor Ort suchen.